Der Elisenbrunnen

 
 

Daß die Elisen Galerie nach dem benachbarten Brunnen benannt wurde, ist bekannt.
Woher aber hat der berühmte Elisenbrunnen jedoch seinen Namen? Welche Elise wurde hier geehrt?

Mit der Niederwerfung Napoleons 1814 begann die preußische Geschichte Aachens, die noch heute in den Bauten des Geheimen Oberbaurates Karl Friedrich Schinkel aus Berlin erkennbar wird. Zur Belebung des Aachener Kurlebens empfahl 1819 der damalige Stadtphysikus Dr. Hoepffner einen überdachten Trinkbrunnen am Friedrich-Wilhelm-Platz. Nachdem König Friedrich Wilhelm III. zwei Drittel der erwarteten Baukosten gestiftet hatte, stand dem Bau nichts mehr im Wege. Diese Unterstützung seitens des Königs dankend, baten die Aachener die aus Bayern stammende Kronprinzessin Elisabeth - Gattin Friedrich Wilhelm IV. - um Erlaubnis, das Bauwerk nach Ihr zu benennen. Am 16. November 1822, dem Tag, an dem König Friedrich Wilhelm III. genau 25 Jahre regierte, wurden der Grundstein für den Brunnen und der für das Stadttheater gelegt. Beide Entwürfe, auf Ideen des Landesbauinspektors Johann Peter Cremer basierend, erhielten ihre klassizistische Note durch Schinkel. 1825 war das Stadttheater fertiggestellt, zwei Jahre später der Elisenbrunnen. Mit seiner durch dorische Säulen getragenen Wandelhalle mit der Rotunde und dem Trinkbrunnen ist er zum Wahrzeichen der Badestadt Aachen geworden.

In den kommenden hundert Jahren hatte sich der Brunnen so in den Herzen der Bürger Aachens etabliert, dass sich später selbst der inzwischen weltberühmte Architekt Mies van der Rohe bei einem Besuch in seiner Heimatstadt für einen unveränderten Wiederaufbau des im Krieg zerstörten Brunnen aussprach. 1953 übergab man den Trinkbrunnen, erweitert um einen modernen Restauranttrakt, erneut seiner Bestimmung.

In Form einer Marmorbüste auf einem Wandsockel im Innern der Rotunde lächelt uns noch heute Elise an. Christian-Friedrich Tieck, ein Schadow-Schüler, schuf das von Friedrich-Wilhelm III. zur Eröffnung 1827 gestiftete Werk. Um es vor den ätzenden Schwefeldämpfen zu schützen, wurde das aus Original aus Carrara-Marmor ins Museum gegeben und durch eine Kopie ersetzt. Dies kann jedoch nicht im geringsten das Flair, daß der Brunnen und der neugestaltete Friedrich-Wilhelm-Platz mit der Flaniermeile Elisen Galerie verbreiten, mindern. Hier hat sich, zum Wohlbefinden der Bürger und Besucher Aachens, eine lange städtebauliche Tradition erhalten und gemehrt.